Bei einer Führung am Tag der Schiene

September 2026 – Gleiserneuerung in Gambach und Tag der offenen Tür zum Tag der Schiene

Der September brachte bei den Eisenbahnfreunden Wetterau einen besonderen Termin mit sich: Zum Tag der Schiene öffneten wir am 20. September ein zweites Mal in diesem Jahr unsere Tore für Besucher. Doch auch abseits des zusätzlichen Tag der offenen Tür ging die Arbeit an unserer Strecke in großen Schritten weiter. Die Baustelle im Bahnhof Gambach nähert sich dabei ihrem nächsten wichtigen Etappenziel.

200 Betonschwellen verschraubt

Auf der Baustelle in Gambach ging es im September vor allem darum, die Schienen auf den neu verlegten Betonschwellen fest zu verbinden. „Anheben, justieren, festschrauben“ lautete dabei die Devise.

Allein an einem Tag konnte das Team die ersten 200 Betonschwellen auf einer Seite verschrauben. Die andere Seite folgte kurz darauf, ebenso wie einige Nebenaufgaben, die zur Umsetzung zwingend erforderlich waren. Damit ist der Löwenanteil des im Sommer begonnenen Umbaus bereits abgeschlossen.

Gleisbau geht in Gambach weiter

Auch der nächste Bauabschnitt wurde im September bereits begonnen. Auf der anderen Seite des großen Bahnübergangs in Gambach ging es zwischen dem Bahnübergang und der Weiche zur Anschlussstelle des Quarzwerks weiter.

Dort wurde das vorhandene Gleis vollständig demontiert, anschließend der Untergrund ausgebaggert, begradigt und für den neuen Oberbau vorbereitet. Danach konnten die ersten Betonschwellen eingelegt werden.

Der nächste Arbeitsschritt steht für den ersten Samstag im Oktober auf dem Programm: Die neu eingelegten Schwellen sollen verschraubt werden. Anschließend geht es an das restliche, noch fehlende Stück in diesem Bauabschnitt zwischen Weiche und Bahnübergang auf der Bahnhofsseite.

Tag der Schiene: Zweiter Tag der offenen Tür 2026

Am 20. September gab es dann eine besondere Abwechslung vom Baustellenalltag. Zum Tag der Schiene 2026 veranstalteten wir einen zusätzlichen Tag der offenen Tür auf unserem Vereinsgelände.

Das Wetter zeigte sich dabei von seiner eher feuchten Seite: Nieselregen sorgte ab Mittag dafür, dass etwas weniger Besucher als beim sommerlichen Tag der offenen Tür am Pfingstmontag kamen. Dafür konnten wir uns über besonders großes Interesse an den Führerstandsmitfahrten freuen.

Auch kulinarisch zeigte sich ein anderes Bild als im Mai. Während am Pfingstmontag vor allem die Getränke angesichts sommerlicher Temperaturen gefragt waren, fand diesmal unser Kuchen reißenden Absatz.

Besonders erfreulich: Wir konnten sieben neue Mitglieder für unseren Verein gewinnen. Ein schönes Ergebnis und eine wichtige Unterstützung für die weiteren Arbeiten an den Fahrzeugen, der Strecke und unserem Vereinsgelände.

Ein erfolgreicher Besuchertag

Auch wenn die Besucherzahlen witterungsbedingt etwas geringer ausfiel, war der zusätzliche Tag der offenen Tür für uns ein Erfolg. Die Führerstandsmitfahrten boten den Besuchern einen besonderen Einblick in den Eisenbahnbetrieb, gleichzeitig konnten wir unsere Arbeiten und die aktuellen Fortschritte an der Strecke präsentieren.

Dass sich dabei sieben Menschen entschieden haben, Mitglied bei den Eisenbahnfreunden Wetterau zu werden, freut uns besonders. Denn unsere Arbeit lebt vom ehrenamtlichen Engagement und von Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern selbst mitmachen möchten.

MBW X626.134: Erste Meter aus eigener Kraft

Auch an einem unserer Fahrzeuge ging es im September ordentlich voran: Beim BMW X626.134 standen in den vergangenen Wochen umfangreiche Arbeiten am Motor und Antrieb auf dem Programm. Mit einer eigens angeschafften Prüfeinrichtung wurden zunächst die zuvor gereinigten Einspritzdüsen geprüft und dabei mit den im Werkstattbuch vorgegebenen Werten abgeglichen.

Anschließend arbeitete das Werkstatt-Team Schritt für Schritt weiter durch den Motor. Dabei konnten unter anderem Fehleinstellungen beim Ventilspiel und an der Einspritzpumpe festgestellt und korrigiert werden. Auch im Antriebsbereich ging es weiter: Aus einem Spenderfahrzeug konnten die benötigte Gelenkwelle und die Antriebsketten übernommen, eingebaut und anschließend korrekt gespannt werden.

Nach einigen zunächst erfolglosen Startversuchen im Stand gelang schließlich der entscheidende Moment: Durch Anschleppen konnte der Motor wieder zum Laufen gebracht werden. Der MBW X626.134 legt dann die ersten Meter aus eigener Kraft zurück – seit 14 Jahren. Ein besonderer Erfolg!

Ganz fertig ist das Bahndienstfahrzeug damit allerdings noch nicht. Als Nächstes stehen weitere Feineinstellungen am Motor an, damit dieser ruhiger läuft und das Standgas korrekt eingestellt werden kann. Außerdem muss die restliche Elektrik fertiggestellt werden. Danach kann auch die Motorhaube (im Fahrzeug liegend) wieder montiert werden.