Schwellen schleppen bei Hitze

Juni 2026: Streckenarbeiten bei Rekordhitze

Der Juni 2026 stellte unsere Aktiven vor besondere Herausforderungen. Während Deutschland und auch die Wetterau unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle litten, gingen die Arbeiten an unserer Strecke dennoch kontinuierlich weiter. Temperaturen von weit über 35 °C, glühender Schotter und kaum Schatten machten jeden Arbeitseinsatz zu einer echten Belastungsprobe. Umso beeindruckender ist, was unsere ehrenamtlichen Helfer in diesem Monat geleistet haben.

KEKS-Tage: Die ersten Besucher des Monats

Bereits zu Monatsbeginn liefen die Vorbereitungen für die KEKS-Tage der Stadt Bad Nauheim auf Hochtouren. Pünktlich konnten wir zahlreiche Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen auf unserem Vereinsgelände begrüßen und ihnen spannende Einblicke in die Welt der Eisenbahn vermitteln. Solche Veranstaltungen leisten einen wichtigen Beitrag, um junge Menschen für Technik, Geschichte und das Ehrenamt zu begeistern. Ein besonderes Highlight waren selbstverständlich die Fahrten in den Motordraisinen, die wir nach Jahren endlich wieder anbieten konnten.

Schwellenwechsel zwischen Gambach und Ober-Hörgern

Der Schwerpunkt der Streckenarbeiten lag weiterhin auf dem Abschnitt zwischen Gambach und Ober-Hörgern. Mit Unterstützung unseres bewährten EPP-Schwellenwechslers konnten zunächst rund 110 marode Holzschwellen ersetzt werden. Während die Maschine die körperlich schwerste Arbeit – das Herausziehen und Einsetzen der Schwellen – übernahm, konzentrierte sich das Team auf das Vorbereiten für den EPP (also das Ausgraben des Schwellenendes), das Bohren neuer Löcher sowie das Verschrauben der Kleineisen.

Auch in den folgenden Wochen wurde die Baustelle konsequent weitergeführt. Weitere rund 40 Schwellen konnten ersetzt werden, anschließend wurden die verbliebenen Schwellen verschraubt und der Bauabschnitt Stück für Stück fertiggestellt.

Arbeiten unter Extrembedingungen

Die größte Herausforderung war jedoch das Wetter. Bereits am Morgen lagen die Temperaturen teilweise deutlich über 30 °C, am Nachmittag wurden örtlich bis zu 39 °C im Schatten erreicht. Auf dem Schotterbett fühlte es sich noch einmal deutlich heißer an. Deutschlandweit sorgte die außergewöhnliche Hitzewelle Ende Juni für neue Temperaturrekorde und belastete insbesondere Arbeiten im Freien erheblich.

Regelmäßige Trinkpausen, schattige Mittagspausen in Griedel und eine gute Verpflegung waren deshalb wichtiger denn je. Trotz der extremen Bedingungen konnte der geplante Arbeitsfortschritt nahezu vollständig erreicht werden – ein Verdienst des engagierten Teams, das auch bei diesen Temperaturen nicht den Mut verlor.

Arbeiten in der Lokhalle

Neben den Gleisbauarbeiten ging es auch im Depot weiter. In der Lokhalle in Bad Nauheim wurde die seitliche Abdeckung der Untersuchungsgrube modernisiert. Der bisherige Gitterrost wurde durch eine Holzabdeckung ersetzt und verbessert damit die Nutzung des Arbeitsbereichs.

Die neue „Bad Nauheim Nord“ ist erschienen

Passend zum Sommer ist außerdem die neue Ausgabe 41 unseres Vereinsmagazins „Bad Nauheim Nord“ erschienen.

Darin berichten wir ausführlich über die vergangenen Projekte, geben Einblicke in die Vereinsarbeit und informieren über aktuelle Entwicklungen rund um unsere Fahrzeuge und die Strecke. Die neue Ausgabe ist ab sofort erhältlich – wir wünschen viel Freude beim Lesen!

Fazit

Der Juni hat einmal mehr gezeigt, dass ehrenamtlicher Eisenbahnerhalt weit mehr bedeutet als nur Gleise zu reparieren. Trotz außergewöhnlicher Hitze, schwerer körperlicher Arbeit und anspruchsvoller Baustellen konnten erneut zahlreiche marode Schwellen ersetzt und ein weiterer Abschnitt unserer Strecke nachhaltig verbessert werden.

Allen Helferinnen und Helfern gilt ein herzliches Dankeschön für ihren unermüdlichen Einsatz – ganz besonders bei diesen außergewöhnlichen Temperaturen.